Wie war das eigentlich vorgesehen und was wurde daraus??
Das Konzept der Zentralen Abschlussprüfung ist eigentlich noch gar nicht so alt,es wurde im Jahre 2006/2007 vom Schulministerium für Nordrhein-Westfalen eingeführt,doch seit dem Schuljahr 2008/2009 nehmen Gymnasien, Realschulen, Abendrealschulen, Hauptschulen und Waldorfschulen an diesem bundesweiten Verfahren teil.
Das Verfahren ist laut dem Ministerium dazu da um „die Leistungen der Schüler und die Lernstandards der Schulen im ganzen Land besser vergleichen zu können“.
Mehr Durchblick?
Dies sollte den Schulen,den Schülern und den Lehrern nützen: es sollten z.B. die Schulen ihre Lernstandards den allgemeinen Bestimmungen besser anpassen können und die Schüler einen besseren Überblick über ihr Wissen bekommen und evtl. durch gezielte Vorbereitungen sich neue,bisher noch nicht im Unterricht behandelte Themengebiete selbständig erarbeiten.
Entlastung für die Lehrer?
Die Lehrerschaft sollte durch diesen Test entlastet werden,da die Schüler sich zum Teil selbstständig vorbereiten und die Lehrer nachher bei der Bewertung nur noch nach einem vorgegebenen Korrekturbogen die Zentralen Prüfungen der Schüler korrigieren.
Das war die Idee.
Die Realität sieht aber leider ganz anders aus.
Die Schulen werden durch die Bestimmungen in ein relativ enges Korsett von Regeln,Bestimmungen und Vorgaben gezwungen, ohne dass die personellen oder finanziellen Mittel aufgestockt wurden. Die Schulen sollen individuelle Förderpläne erstellen, damit jeder Schüler so gefördert werden kann, dass er den für ihn bestmöglichen Schulabschluss erreicht.
Laut der BASS(Bereinigte amtliche Sammlung der Schulvorschriften) darf z.B. im Gymnasium die Klassenstärke zwischen 27 und 29 Schüler pro Klasse betragen,pro 20,96 Schüler wird eine Lehrerstelle bezahlt.
Das bedeutet aber nicht direkt,dass wirklich nur 27 bis 29 Schüler in einer Klasse sind. Klassen in Deutschland sind zum Teil hoffnungslos überfüllt und selbst wenn die Bestimmungen stimmen würden,wäre es ziemlich anstrengend für einen Lehrer für jeden der 27 bis 29 Schüler einen individuellen Förderplan zu erstellen und gleichzeitig noch seinen Unterricht vorzubereiten.
Die Schüler bekommen deshalb meistens nur einen Plan mit Lerninhalten vom Lehrer,da diesem einfach die Zeit fehlt.
Häufig können mittlerweile Lehrstellen nicht mehr qualifiziert besetzt werden da Lehrermangel herrscht und teilweise jetzt schon Stellen mit pädagogisch nicht ausgebildeten Hochschulabsolventen besetzt werden.
Gleichzeitig wird dabei das Schulklima verschlechtert,so wird z.B. vom Ministerium Druck auf die Lehrer ausgeübt die dann zum Teil den Druck auf die Schüler weitergeben,das kann so weit gehen,dass manche Lehrer ihren Unmut über diesen Test an den Schülern auslassen.
Schüler werden durch ein zusätzliches „Examen“ belastet,dass nicht unbedingt ihren Bildungshorizont widerspiegelt. Für Real- und Hauptschüler kann dieser Test einen hohen Einfluss auf den Verlauf ihres späteren Lebens Einfluss haben.
Dabei muss man sich immer die Frage stellen:
Kann man einen Menschen mit einem Test beurteilen?
Schlechtes Klima
Dabei wird auch noch das Klima im Kollegium verschlechtert,da durch die „Vergleichbarkeit“ der Klassen eine Art Konkurrenzkampf geschürt wird.
Aber auch das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler kann sich verschlechtern
Wenn ein Schüler schlecht abschneidet ist es Schuld des Lehrers,schneidet dagegen die Klasse schlecht ab ist es laut dem Lehrer Schuld der Schüler. Man fängt an sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben, dabei verschlechtert sich das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler.
Fakt ist jedoch,dass diese ganze Flut an Bestimmungen erst nach dem „Pisa Schock“ begann.
Deutschland schnitt als eine der schlechtesten Industrienationen beim ersten Pisa Test ab.
Bei Naturwissenschaften auf Platz 15 von 30,bei Mathe auf Platz 16 und beim Lesen sogar auf Platz
18.
Danach wurde das Thema Bildung Wahlkampfthema. Die Politiker forderten viel,übertrumpften sich gegenseitig mit Vorschlägen für die Verbesserung des Bildungssystems.
Einige Politiker forderten ein längeres gemeinsames Lernen aller Schüler ,wie es bei „Pisa Sieger“ Finnland üblich ist. Andere beharren auf dem herkömmlichen dreiteiligen Bildungssystem, fordern aber eine bessere Durchlässigkeit der Schulformen.
Gemeinsam ist allen die Meinung, dass sich etwas ändern muss.
Meiner Meinung nach ist die Zentrale Abschlussprüfung die Ausgeburt des Veränderungs willen
der Politik, die leider keine finanziellen Mittel für Bildung zur Verfügung stellen kann/möchte (Das war auch schon so vor der Wirtschaftskrise).
Man erhöht den Leistungsdruck auf Schüler,Lehrer und Schulen in der Hoffnung bessere Resultate zu erzielen.
Einige Beobachter sind der Meinung,dass die jetzige ZAP-Prüfungen bis zur Vollkommenen Akzeptanz in der Gesellschaft noch moderat ablaufen werden danach aber der Druck(die Schwere der Prüfung ) weiter verschärft werden wird.
Dies alles geschieht zudem unter dem aktuell beschlossenen Konzept der Schulzeitverkürzung, das heißt Kinder sollen in 8 Jahren den Stoff von vormals 9 erarbeiten.
Eine Zentrale Frage bleibt bei der Zentralen Abschlussprüfung :
Mißt die ZAP das,was Sie angibt zu messen?









