Allgemeine Informationen zum jugendlichen Umgang mit dem Internet (nicht nur für Eltern und Lehrer)
(Eine Zusammenstellung der SchülerInnen der Klasse 10 B, Stand: Juni 2009)
Kinder und Jugendliche in der Virtual Reality
Das sind die Fakten
Wussten Sie, dass laut KIM-[1] und JIM-Studie
- bei Jugendlichen im Alter von 6- bis 19 inzwischen eine „Vollversorgung” bei Mobiltelefonen und beim Zugang zu Computern und Internet herrscht,
- das Internet bei Jugendlichen inzwischen Leitmedium ist und das Fernsehen abgelöst hat,
- jedes zweite Kind von 6 bis 13 Jahren nach eigenen Angaben über ein Mobiltelefon verfügt
- jedes sechste besitzt einen eigenen Computer (15 Prozent) besitzt
- und etwa jedes zehnte einen eigenen Internet-Zugang im Zimmer hat,
- in der Altersgruppe der 12-bis 13-Jährigen fast alle (95 Prozent) Computer-Erfahrungen haben,
- die durchschnittliche Online-Zeit pro Tag nach eigener Einschätzung der Jugendlichen 120 Minuten beträgt,
- Jugendliche das Internet hauptsächlich zur Kommunikation nutzen,
- 73 Prozent sich laut JIM-Studie 2008 via Instant Messenger austauschen. Mittels dieser Software kann man feststellen, wer aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis ebenfalls gerade online ist und kann Nachrichten oder Dateien verschicken und empfangen oder die anderen zum Chat einladen,
- 39 Prozent der 12- bis 19-jährigen im Netz interessante Themen recherchieren
- 18 Prozent der im Internet verbrachten Zeit laut JIM-Studie 2008 auf das Konto von Online-Spielen gehen,
- ein Viertel der Jugendlichen (19 Prozent) dem Internet eine sehr hohe Glaubwürdigkeit attestieren,
- 22 Prozent der jugendlichen Internet-Nutzer in der Befragung der JIM-Studie 2008 beim Surfen im Internet angaben schon einmal „abgezockt” worden zu sein, indem sie finanzielle Verluste erlebt hätten, weil sie beispielsweise versehentlich kostenpflichtige Tests, Downloads oder SMS-Dienste genutzt hätten?
[1] Die KIM (Kinder und Medien)-Studie führt der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (MPFS) seit 1999 durch. Untersucht wird der Umgang von 6- bis 13-jährigen Kindern in Deutschland mit Medien. Neben den Kindern werden auch die „Haupterzieher”, also meist die Mütter, befragt. Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist ein Kooperationsprojekt der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Die Studien „Kinder und Medien” (KIM) und „Jugend, Information, (Multi-)Media” (JIM) werden in Zusammenarbeit mit der Südwestrundfunk Medienforschung durchgeführt. Die Ergebnisse der Studien können auf der folgenden Webseite heruntergeladen
werden: www.mpfs.de
Der Online-Handel boomt und damit häufen sich auch die Betrugsfälle
Einkaufen im Internet nimmt immer weiter zu.
2007 haben laut dem Bundesverband Informationswirtschaft, 41% der Deutschen Waren und Dienstleistungen im Internet bestellt Auch die Werbung im Internet nimmt zu, es wurden im Jahr 2007 976 Millionen Euro mehr was 103 % mehr als 2006 ist. Kein Wunder, dass auch Jugendliche kein anderes Verhalten an den Tag legen. Mit dieser Zunahme steigen aber auch die Möglichkeiten des Betrugs.
Ein anderes Problem ist der Identitätsdiebstahl wobei Betrüger persönliche Informationen unberechtigt einsetzen. Die Betrüger, bekommen Informationen wie Benutzernamen und Kennwörter über Kreditkarten und Konten.
Die JIM-Studie 2007 ergab, dass bereits 15% der Jugendlichen schon im Internet durch das anklicken von kostenpflichtigen Tests, Downloads oder SMS-Diensten Geldverluste gemacht haben.
Tim Buhr (10B)
Das Spiel mit dem Feuer – Gefährliche Foren
Germany’s next Schoolmodel
Heidi Klum ist bestimmt nicht allein verantwortlich. Wussten Sie, dass bereits Sechsjährige mit ihrem Körper nicht zufrieden sind, sich zu dick fühlen und abnehmen wollen.[1]
Das Internet befödert diese Entwicklung:
„Thinspiration”-Verherrlichung von Magersucht und Suizid
Seit einiger Zeit kursieren immer mehr Angebote im Internet für Jugendliche, die von Anorexie bzw. Essstörungen und anderen psychischen Krankheiten betroffen sind. In diesen Foren will man Jugendliche davon überzeugen, dass es die alleinige Problemlösung ist und unterstützen sie damit in ihrem Verhalten. Sie zeigen konkrete Methoden, wie sie beispielsweise weiterhin abnehmen können auf und treiben die Jugendlichen somit noch weiter in deren Teufelskreis hinein. Unter anderem ersetzen solche Foren auf lange Sicht den sozialen Umgang, d. h. Familie, Freunde. In Communities fühlen sich Betroffene bestätigt. Dort wird ein so genanntes „Wir-Gefühl” übertragen, das besonders psychisch Kranke von gesundheitsfördernden Methoden abhält. Auf Video-Plattformen veröffentlichen magersüchtige Mädchen ihr Leben und in sogenannten Pro-Ana-Foren werden Fotos völlig ausgemergelter Frauen gezeigt, die zur Überzeugung der „Thinspiration” führen sollen.
Solche Foren und Communities unseriöser Anbieter sind jugendgefährdend, wenn sie konkrete Anleitungen, Ankündigungen oder Verabredungen zum Selbstmord oder der Selbstverletzung aufgezeigen.
Laura Werner, Marie Kreibich (10B)
Internet – nicht nur zum Zocken!
Wussten Sie, dass das Datennetz auch bei Jugendlichen hauptsächlich zur Informationsbeschaffung. dient? Sie treiben also nicht per se Unfug damit.
Andererseits ist es seit Web 2.0 zu einer interaktiven Plattform geworden, ein „Mitmach-Web”. Grade große Online-Communitys (Schüler VZ, Facebook) sind bei Jugendlichen sehr beliebt. Und hier beginnt das Problem.
Mädchen kommunizieren, Jungs spielen
Wussten Sie, dass es bei Onlinespielen einen Geschlechtertrend gibt? Drei mal so viele Jungen im Alter von 12-17 spielen Onlinespiele im Gegensatz dazu nutzen Mädchen das Internet hauptsächlich zur Informationsbeschaffung und Kommunikation.
Grenzen der neuen Welt
Handys! So gut wie jeder, hat heute eins…Nur grade bei der jüngeren Generation sollte Einhalt geboten werden. Die 12-13 jährigen kennen die technischen Grenzen noch nicht und wollen diese erkunden. Deshalb sind Orientierungshilfen und im schlimmsten Fall auch Kontrolle gefordert.
Niemals anonym
13% der Chatnutzer geben ihre Adressen, Telefonnummern und Namen an Unbekannte User ab. Kinder von 6-13 sind hauptsächlich an Online-Spielen interessiert und an der Informationsbeschaffung. 15% der Email-nutzer haben schon mal eine unangenehme E-Mail mit pornografischen Inhalten bekommen.
Tasteless – der Reiz des Verbotenen
So genannte „Tasteless” – Sites, auf welchen Bilder und Videos von toten oder entstellten Menschen gezeigt werden, kursieren derzeit auf deutschen Schulhöfen. Da diese Seiten und so genannte „Snuff” – Videos (Gewaltvideos) bei Jugendlichen sehr populär sind, werden sie zu einem großes Jugendschutzproblem. Abgesehen von dem Jugendschutzproblem bedeuten diese Seiten eine Verletzung der Menschenwürde und sind somit verfassungswidrig.
Jonas und Philip Düsing (10B)
Pädophilie im Netz: „Hallo, mein Kleiner!”
Kinder und Jugendliche interessieren sich besonders für Kommunikation und Interaktivität im Internet. Dabei machen sie gerne von Chats und sog. Instant-Messengers Gebrauch, die zu unbeschwertem Austausch anregen. Allerdings wird durch die Anonymität auch Raum für „Cyber-Mobbing” und sexuelle Belästigung gegeben. Auch besteht die Gefahr, dass Pädophile über das Internet Kontakt zu Kindern aufbauen. Die Kontrolle und Vorbeugung solcher Eskalationen ist dabei schwierig, da die Anbieter die Verantwortung abwälzen und der enorme Umfang der Plattformen eine effektive Moderation erschwert. In den „Chatrooms” existiert allerdings noch eine gewisse Überwachung der Kommunikation, während diese in Instant-Messengers wie ICQ oder MSN kaum vorhanden ist.
Deswegen ist in Deutschland eine Diskussion über den Jugendschutz ausgebrochen, und es werden sogar Stimmen laut, die für ein Verbot von derartigen Kommunikationsplattformen werben.
Mirko Lehmann (10B)
Kein Kind ohne Handy
Handy – mein bester Freund
Die drei großen C’s – Gefahren des Handy als Multifunktionsgeräts
Wie Sie bestimmt aus eigener Erfahrung bestätigen können stellt das Handy auch einen unverzichtbaren Bestandteil Ihres Alltags dar, es dient zur Koordination des Tagesablaufs, zur Selbstinszenierung und als permanente Verbindung zum Freundeskreis.
Bei Kindern und Jugendlichen ist der Besitz eines Handys mit Risiken verbunden:
Die wichtigsten Risiken, denen Kinder und Jugendliche bei der Handy-Nutzung ausgesetzt sind, lassen sich mit den drei großen C beschreiben:
Content (Inhalt) -> ungeeignete Inhalte
Contact (Kontakt) -> riskante Kontakte
Commerce (Handel) -> Kostenrisiken
Wussten Sie, dass man mit seinem Handy ganz leicht gegen Gesetze verstoßen kann?
Bei der Handy-Nutzung sind gesetzliche Regelungen zu beachten. Sowohl die Schulleitung als auch deine Lehrer haben die Möglichkeit Handy bei Verdacht auf Gesetzesverstöße dein Handy einzusammeln und der Polizei zu übergeben.
Solche Verstöße sind:
Dabei muss das Kind oder der Jugendliche nicht einmal selbst ein verbotenes Video drehen. Bereits das Herunterladen von Gewaltvideos aus dem Internet ist strafwidrig.
Leider gibt es immer mehr Jugendliche, die ihr Handy nutzen, um Gewaltvideos auf dem Schulhof zu verschicken.
Happy Slapping – ,,Fröhliches Schlagen”
Leider benutzen Jugendliche vermehrt ihr Handy, um so genannte gewaltverherrlichende Videos zu drehen und zu verbreiten.
Cyber-Bullying
Streit wird heutzutage oft per Handy ausgetragen. Oft eskalieren sie und es kommt zu Drohung per SMS.
Chatten mit dem Handy
Inzwischen haben viele Jugendliche sogar ein Handy mit Internetzugang. Denn mit den neusten Handys ist es möglich zu chatten. Wusstest Sie, dass dies auch Risiken für Kinder und Jugendliche birgt, da sich beispielsweise auch Pädophile[1] in diesen Chaträumen aufhalten.
Die Informationen entnahmen wir vor allem folgender Quelle: Im Netz der neuen Medien. Internet, Handy und Computerspiele – Chancen und Risiken für Kinder und Jugendliche. (Hg.PROGRAMM POLIZEILICHE KRIMINALPRÄVENTIONDER LÄNDER UND DES BUNDES, 2008)
Download der Broschüre:
[1] Mehr dazu bei Spiegel-Online: Pädophilie im Internet: „Sie verstecken sich hinter falschen Namen, geben sich als Teenager aus, sind auf der Jagd: Pädophile, die sich im Internet an Kinder und Jugendliche ranmachen.” http://www.spiegel.de/sptv/magazin/0,1518,301244,00.html
[1] Eine australische Studie kommt zu diesem Schluss. Auch die britische Eating Disorder Association (EDA) bestätigt, dass schon bei achtjährigen Kindern Anorexie (Magersucht) diagnostiziert wurde. Bereits im Alter von sechs Jahren seien Mädchen mit ihrem Körper unzufrieden und wollten abnehmen. Dies ist das Ergebnis einer Studie der University of South Australia. Die Forscher ermittelten, dass 47 Prozent der befragten Mädchen generell dünner sein wollten. Sie erhofften sich damit eine grössere Beliebtheit. Die britische Eating Disorder Association (EDA) berichtet, dass bereits bei Kindern mit acht Jahren Anorexie (Magersucht) diagnostiziert wurde. “Wir sind sehr betroffen, jedoch nicht überrascht über die Ergebnisse der aktuellen Studie”, so Susan Ringwood von der EDA. Das Forscherteam befragte 80 Mädchen im Alter von fünf bis acht Jahren über ihr Körperbewusstsein und ihren Erfahrungen mit Diäten. 45 Prozent der Mädchen sagten aus, dass sie eine Diät machen würden, wenn sie an Gewicht zulegen würden. Sind sie mit älteren Mädchen befreundet, sei diese Wahrscheinlichkeit noch höher, so die Forscher. Viele der Mädchen gaben an, dass Dünnsein ihrer Meinung nach die Beliebtheit steigert. Ihre Probleme und Gedanken über ihren Körper und ihr Gewicht behielten die Mädchen jedoch für sich. Bei der Gruppe der Fünfjährigen konnten die Forscher eine geringe Unzufriedenheit mit deren Körpergewicht feststellen.
(Stand 06.2009)








