Ausgebrannt!
Schüler arbeiten unter schlechteren Bedingungen als allgemein angenommen. Meist mehr als 40 Stunden die Woche fremdbestimmt unter hohem Stress, hierbei geht die Schularbeit oft bis in die Abendstunden hinein. Gerade das von der NRW-Landesregierung übereilt und mit völlig unzureichender Anpassung der Lehrpläne und -materialien neu eingeführte Abitur nach 12 Schuljahren belastet vor allem jüngere Schüler stark, sie haben sehr lange Schule und sehr viele Hausaufgaben. Der Unterricht geht hier oft bis in den Nachmittag hinein, ohne das sie daraufhin ausgelegt wäre, es gibt meist keine Cafeterias oder vergleichbares und keine Unterhaltungsangebote. Vielfach gibt es in dem Alltag der Schüler auch an Wochenenden kaum noch ein anderes Thema als die Schule und sie sind überarbeitet, oft regelrecht ausgebrannt.
Erstklässler mit Versagensängsten?
Die größte Angst der 9- bis 14-jährigen – noch vor der Angst, ihren Eltern oder ihnen selbst könne etwas zustoßen besteht darin, sie könnten in der Schule zu versagen. Das dreigliedrige Deutsche Schulsystem wird unter anderem von der OECD. (Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und der UN-Menschenrechtskommission stark kritisiert aufgrund der frühen sozialen Auslese, die die Kinder schon mit 10 Jahren sehr unter Druck setzt, es auf das Gymnasium oder die Realschule zu schaffen, laut Iglu-Studie sind 44% der mittlerweile verbindlichen Schulempfehlungen falsch, in keinem anderen OECD-Staat hängt das spätere Bildungsniveau der Kinder so sehr von dem sozialen Status der Eltern ab wie in Deutschland. Diese Stressbelastungen haben für die Schüler verheerende gesundheitliche Folgen:
Von den 9-14-jährigen:
- fühlen sich 36% relativ häufig krank
- sind 25% mehrfach gesundheitlich belastet
- leiden 40% der Mädchen und 27% der Jungen unter Stresskopfschmerzen und 29% der Mädchen und 25% der Jungen unter Stressbauchschmerzen.
(vgl. LBS-Kinderbaromer Deutschland 2007, S.40, 116, 43)

(vgl. Ravens-Sieberer et al. 2003, S.43)
Junges Leben eingezwängt zwischen Normen und Standards
Diese erschreckende Zunahme von Entwicklungsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten und Erkrankungen im Kindesalter weist darauf hin, dass die Lebenssituation besonders der Kinder im Schulalter viel zu oft weder altersgemäß noch entwicklungsförderlich ist. Wenn Verhalten, Schulleistungen, körperliche, motorische, soziale Entwicklung von vorgegebenen Normen und Standards abweichen, wird in der Regel versucht, diese mit therapeutischen und/oder sonderpädagogischen Behandlungen zu „reparieren”. Es ist aus verschiedenen Forschungsergebnissen bekannt, dass sich ausreichende Bewegung, das Zusammensein mit Gleichaltrigen unter zurückgenommener Aufsicht, Mitsprache, Möglichkeiten zum selbstbestimmten Lernen, nicht nur positiv auf die Lernleistungen auswirken, sondern auch eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit sind und darüber hinaus Berufs- und Lebenskompetenzen fördern, die jungen Menschen heute oft fehlen und auch entscheidend für die Gesundheit sind.
Gesundheit heißt allgemeines Wohlbefinden
Gesundheit meint laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) nicht nur die Abwesenheit von Krankheiten, sondern umfassendes Wohlbefinden. Hierzu gibt es in den meisten öffentlichen Schulen in Deutschland jedoch kaum Möglichkeiten, diese müssen nicht nur geschaffen werden, man muss davon wegkommen, nur zu schauen, wie die Kinder der Schule gerecht werden können, sondern die Schule so gestalten, dass sie den Kindern gerecht wird.
Julian Hartmann









Meiner Meinung nach leider zu hetzerisch und zu sehr auf Skandal aus.
vgl: “Das dreigliedrige Deutsche Schulsystem wird unter anderem von der OECD.[...] und der UN-Menschenrechtskommission stark kritisiert aufgrund der frühen sozialen Auslese”
Kannst du mir dazu deine quelle sagen? (flo-floh@hotmail.de) Würde mich interessieren was die Un- Menschenrechtskommission noch zur Folter an deutschen Schulen zu sagen hat.
Vielen dank