Macht Schule müde? – Bis hierher und nicht weiter!

Geschrieben von Bea Jun 25th, 2009 und gespeichert unter Archiv, Ups & Downs, Zwischenmenschlich. Erhalten Sie alle Kommentare über RSS 2.0. Hinterlassen Sie zu diesem Eintrag eine Nachricht

Schlechte Zeiten im Lehrerberuf? – Bis hierher und nicht weiter!

Erschöpfung auch bei Schülern

Erschöpfung auch bei Schülern

„Schulmüdigkeit” ist ein Phänomen, das nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer aus eigener Erfahrung kennen. Es gibt Zeiten im Laufe eines Schuljahres, – wie beispielsweise in den letzten Wochen vor den Sommerferien -, in denen sich (fast) jeder überfordert fühlt. Alle haben es eilig und viele Dinge müssen noch schnell erledigt werden. Man hetzt von einem Ort und einem Termin zum anderen und sehnt den Ferienbeginn herbei. Es läuft ein schulinterner „Countdown” für alle und für alles! Und je mehr Schüler und Lehrer eilen, desto unerfreulicher scheinen ihre Schultage zu werden. Auf den Fluren, in den Klassenzimmern und im Lehrerzimmer hört man: „Auch das noch! Wie soll ich das denn schaffen? Ich kann bald nicht mehr! Mir reicht es! ” Oder: „Bist du denn immer noch nicht fertig?! Der Abgabetermin war gestern! Wie stellst du dir das vor?! Kannst du nicht schneller machen? !”

Von einem Termin zum nächsten….

Von Zeit zu Zeit wird die Hektik schulischer Abläufe unerträglich!

Permanent geforderte Geschwindigkeit und zermürbender Termindruck tragen ihren Anteil dazu bei, dass viele Schüler und Lehrer im Laufe eines Schuljahres augenscheinlich immer erschöpfter werden.  Auf Neudeutsch spricht man in diesem Zusammenhang dann  von „Stress” oder sogar von „Burnout” – und meint damit letztlich Symptome von „Schulmüdigkeit”.

made_kinder_by_schemmi_pixelioschulmude3Dabei wissen alle Schüler und Lehrer am EMA längst: Die schönen und die wesentlichen Dinge brauchen einfach ihre Zeit- und dazu gehört natürlich auch unser gemeinsam gestalteter Schulalltag! – Lehren und Lernen braucht Muße jenseits eines 45-Minuten-Taktes! Unzählige positive Möglichkeiten, gemeinsam etwas Neues zu entdecken, uns weiter zu bilden und in unseren Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen zu  wachsen, ergeben sich erst aus der „wachen” Kommunikation von Lehrern und Schülern.

Wie gut, dass es am EMA kreative Zeiten und Räume gibt, in denen man zur Besinnung kommen und neue Kraft schöpfen kann – und in denen sich gute Ideen „einpflanzen” und ggf. langsam entwickeln lassen.  Pädagogische Tage, Projektwochen oder Foren  wie das neue EMA -Schulmagazin J gehören sicherlich dazu!

Man kann wohl davon ausgehen, dass Kinder und Jugendliche im Prinzip gerne lernen und etwas „schaffen” wollen (das liegt in der Natur des Menschen), und dass Lehrer im Prinzip gerne lehren wollen (sonst hätten sie von vorneherein den falschen Beruf gewählt). Wenn nun aber beide Seiten, Schüler und Lehrer, (zeitweise) völlig „ausgepowert” und nicht mehr motivierbar  sind, sich über das unbedingt nötige Maß hinaus zu engagieren, läuft sicherlich etwas grundlegend falsch. Dann ist es an der Zeit, nach den Ursachen zu forschen und etwas dagegen zu unternehmen!

Wichtig dabei ist gegenseitiges Verständnis. So sollten Schüler einmal die Lehrerperspektive des Themas „Schulmüdigkeit” näher beleuchten (wie eben auch Lehrer die Schülerperspektive)

Nicht nur die Schüler gähnen….

schulmude4Lehrer sind nicht nur „Leidbringer”, wie manche Schüler aus eigener Erfahrung (zu) wissen (glauben); Lehrer können in ihrem Berufsalltag ebenso „Leidträger” sein und darüber „schulmüde” werden. Zunehmend wird in der Presse davon berichtet.

Aktuellen Untersuchungen zufolge erreichen bundesweit nur noch 20% -28% aller Lehrerinnen und Lehrer das Pensionsalter in Ausübung ihres Berufes. Die weitaus größere Zahl scheidet aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Berufsleben aus. Ursache dafür sind immer häufiger generelle Erschöpfungszustände, psychosomatische und/oder psychische Erkrankungen.

Macht der Lehrerberuf an sich Menschen krank?

Das kann kaum sein; denn bis vor wenigen Jahrzehnten waren Lehrer (noch) gesellschaftlich allseits gut geachtet. Ihr Beruf erschien jüngeren Generationen durchaus als erstrebenswertes Ausbildungsziel; und, dass ein Lehrer aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig pensioniert werden musste, war die Ausnahme. Also muss man angesichts der heutzutage extrem hohen Zahl von vorzeitigen Pensionierungen, Beurlaubungen aus persönlichen Gründen und Berufswechseln wohl anders fragen:  Haben sich die Rahmenbedingungen des Lehrerseins in den letzten Jahren so stark verschlechtert, dass Menschen, die sich diesen Beruf heutzutage aussuchen, ihre Gesundheit aufs Spiel setzen? Ist aus diesem ehemals anerkannten akademischen Beruf über die Zeit vielleicht ein ermüdender „Knochenjob” geworden, den bestenfalls noch pädagogische Idealisten ausüben wollen (oder dauerhaft durchhalten) und dessen Image in der Öffentlichkeit unterdessen immer negativer ausfällt?

Erfahrungsberichte aus dem Berufsalltag von Lehrern scheinen diesen Befund ein stückweit zu bestätigen. – Neben subjektiven, persönlichen Belastungsfaktoren- wie durch schwere Krankheiten, besondere Schicksalsschläge oder unrealistische Erwartungen an die Wirksamkeit des eigenen Unterrichts angesichts einer heterogenen Schülerschaft- verdeutlichen sie immer auch objektive berufsspezifische Stressfaktoren. Negative Aspekte der Arbeitsplatzsituation an Schulen kommen darin nicht selten in großem Facettenreichtum zum Vorschein. Zu große Klassen, gepaart mit zu kleinen oder unzureichend ausgestatteten Räumen scheinen ebenso die Regel zu sein wie ständige Reizüberflutung durch einen permanent (zu) hohen Lärmpegel und mangelnde Rückzugs- und Erholungsmöglichkeiten in den Pausen. Hinzu kommen Klagen über den (bereits oben erwähnten) nervenaufreibenden Termindruck und berufsbedingtes (häufig unfreiwilliges) „Multitasking”, welches weit über die eigentlichen Aufgaben des Unterrichtens hinausgeht. Dessen Ausmaß kann heutzutage kaum noch jemand ermessen, der nicht selbst einmal in der Rolle eines Lehrers war. So ist es kein Wunder, – aber dennoch für betroffene Lehrer enttäuschend -, wie wenig Anerkennung sie in der Öffentlichkeit bzw. seitens der Elternschaft im Hinblick darauf erfahren, was sie alltäglich in ihrem Beruf leisten.

Die rein quantitative Arbeitsbelastung im Lehrerberuf nimmt kontinuierlich zu; gleichzeitig ist qualitativ ein stärkeres pädagogisches Engagement erforderlich , um den vielen individuellen Interessen, Ansprüchen, Begabungen und Potentialen, aber auch den Ängsten, Sorgen und „Problemzonen” einer heterogenen Schülerschaft gerecht zu werden.

Der „ideale” Lehrer

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Bereits 1988 schrieb Valentin Herzog: „Wahrscheinlich gibt es nicht viele Berufe, an die die Gesellschaft so widersprüchliche Anforderungen stellt: Gerecht soll er sein, der Lehrer, und zugleich menschlich und nachsichtig, straff soll er führen, doch taktvoll auf jedes Kind eingehen, Begabungen wecken, pädagogische Defizite ausgleichen, Suchtprophylaxe und Aids-Aufklärung betreiben, auf jeden Fall den Lehrplan einhalten, wobei hochbegabte Schüler gleichermaßen zu berücksichtigen sind wie begriffsstutzige. Mit einem Wort: Der Lehrer hat die Aufgabe, eine Wandergruppe mit Spitzensportlern und Behinderten bei Nebel durch unwegsames Gelände in nordsüdlicher Richtung zu führen und zwar so, dass alle bei bester Laune und möglichst gleichzeitig an drei verschiedenen Zielorten ankommen.”

Das alles erfordert „wachen” pädagogischen Einsatz – und nicht zuletzt ein gehöriges Maß an „Empathie” für Bedürfnisse und Belange junger Menschen. Lehrer müssen ihren Beruf lieben und bei allen Belastungen vor allem ihren Schüler zugewandt bleiben – und das im Schulalltag innerhalb der vorliegenden schulischen Strukturen und Programme auch bleiben können -, sonst greift die Schulmüdigkeit nicht nur am Schuljahres-Ende um sich. (Bei ungehinderter Verbreitung könnte sie sogar panepidemische Ausmaße erreichen – wie derzeit die Schweinegrippe. Pardon!. Aber im Ernst:)  Aus der Arbeits- und Organisationspsychologie weiß man längst, dass Berufsmüdigkeit in Belegschaften genauso „ansteckend” sein kann wie umgekehrt Begeisterung und „Commitment”. Das sollte zu denken geben!

Was Lehrer „schulmüde” macht

schulmude6Der in anderen Berufsgruppen häufig zitierte „lange Arm der Arbeit” reicht (selbst bei Teilzeitbeschäftigung) auch im Lehrerberuf noch weit nach Schulschluss in den Freizeitbereich hinein. Schulische Sorgen können Lehrer (genau wie die Schüler) nicht ohne weiteres ausblenden. Und welcher Lehrer und welche Lehrerin hatte in schlechten Zeiten nicht schon einmal das Gefühl, sich nur noch hektisch, mühsam und energieaufwändig, aber letztlich vergeblich, vorwärts zu bewegen – wie in einem Hamsterrad oder in einer Tretmühle. Die persönlichen Bilder dazu variieren ….

Lehrer haben auch in ihrer sogenannten „Freizeit” immer noch Etliches für die Schule zu erledigen und/oder grübeln permanent über schulische Belange nach. Dies alles geht weit über die Planung und Nachbereitung ihres Unterrichts und die übliche Korrekturbelastung hinaus. Unendlich viel Kraft, Ausdauer und „Wachheit” wenden z.B.  Klassen- und Stufenleiter Tag für Tag bei der intensiven Beschäftigung mit individuellen Laufbahnen und menschlichen Problemen, Sorgen und Nöten ihrer Schüler auf.

Lehrersein – (k)ein Teilzeitjob…

Immer weniger Lehrer schaffen ihren umfangreichen beruflichen Einsatz unter Beibehaltung ihres vollen Stundendeputates. Um nicht „auszubrennen” und/oder eine angemessenere Vereinbarkeit Ihrer beruflichen Tätigkeit und ihrer persönlichen Situation zu erhalten, reduzieren sie ihre Stundenzahl im Rahmen einer Teilzeitbeschäftigung oder sie legen ein Sabbatjahr ein oder sie lassen sich vorübergehend für Lehrtätigkeiten im Ausland oder in anderen schulnahen Ressorts „beurlauben” u.v.a.m..

In diesem Zusammenhang kommt mir ein Schreiben der Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes NRW, Frau  Barbara Sommer, in den Sinn, welches sie angesichts der ansteigenden Berufaustritte an teilzeitbeschäftigte Lehrer richtet: „Heute wende ich mich persönlich an Sie, die Sie bereits seit Langem im öffentlichen Schuldienst des Landes Nordrhein-Westfalen tätig und zurzeit teilzeitbeschäftigt sind.” heißt es darin „Ich möchte Sie ermuntern, Ihre bisherige Teilzeitbeschäftigung um weitere Stunden auszuweiten, so dass ein umfangreicherer Einsatz für das Unterrichten und Erziehen Ihrer Schülerinnen und Schüler ab dem kommenden Schuljahr möglich ist.” – „Aber ich setze mich doch bereits seit Langem überaus umfangreich in meinem Lehrerberuf ein, Frau Sommer!” möchte ich antworten. „Wollen Sie – angesichts tausender schulmüder Lehrer – tatsächlich lediglich der Vermeidung von Unterrichtsausfall oberste Priorität geben und nicht (zumindest parallel) auch die beruflichen Rahmenbedingungen für Lehrer so verbessern, dass sie die enormen Herausforderungen ihres Berufs dauerhaft meistern können? Sollen denn die bereits eingestellten (noch durchhaltenden) Lehrer nunmehr alle Engpässe und Defizite des Systems ausgleichen?”

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Ich persönlich kann jedenfalls – trotz Teilzeitstelle – über Mangel an Beschäftigung nicht klagen! Meinen Beruf liebe ich und ich nehme ihn sehr ernst; so ernst, dass ich als überzeugter Profi ohnehin (unbezahlt und offenbar von der Ministerin unerkannt) viele Stunden mehr arbeite als ich es eigentlich müsste, wenn ich mich an einer Stechuhr orientierte… – Daher kann es für mich keine realistische und erst recht keine verlockende Perspektive sein, meine Unterrichtsstundenzahl aufzustocken, ohne dass sich die schulischen Rahmenbedingungen zuvor grundlegend verbessert hätten.

Wie ist Abhilfe zu schaffen? – Neuste Forschungsergebnisse

Neuste Forschungsergebnisse zum Thema „Burnout” im Lehrerberuf nennen als wirksame „Schutzfaktoren” gegen Schulmüdigkeit zunächst aktiv gegensteuernde Maßnahmen in der „Freizeit” (z.B. außerschulische Hobbys, regelmäßiger Sport, diverse Entspannungsmethoden oder Methoden effizienten Zeitmanagements). Hilfreich sind offenbar auch günstige Konstellationen, die in der jeweiligen Lebenssituation oder in der Persönlichkeitsstruktur der betreffenden Lehrer verankert sind (z.B. soziale Unterstützung durch Partner bzw. Familienmitglieder, persönliche Widerstandsfähigkeit [alias Resilienz] oder große innere Ruhe und Ausgeglichenheit).

schulmude8Darüber hinaus kristallisieren sich im Zuge eines (schon allein aus volkswirtschaftlichen Erwägungen heraus) wachsenden Forschungsinteresses an der Lehrergesundheit immer mehr berufsbezogene Faktoren heraus, die deutlich zur Erhaltung der Lehrer-Fitness beitragen. Neben der Gestaltung „arbeitnehmerfreundlicherer” Räumlichkeiten und stärker partizipativen Ansätzen in Fragen schulischer Weiterentwicklung gehören regelmäßige Lehrertrainings dazu (z.B. Fortbildungen, die auf neue Lehrmethoden vorbereiten, wirksame Kommunikationstipps für den Umgang mit schwierigen Schülern vermitteln oder kontinuierlich Medienkompetenzen auf den jeweils neuesten Stand bringen).

Als bedeutsamer Schutzfaktor gegen Burnout hat sich zudem die „wertschätzende” Haltung der Vorgesetzten gegenüber den alltäglichen und den besonderen Leistungen der KollegInnen erwiesen. [Wir am EMA wissen: Positives Feedback des Schulleiters, z.B. in der letzten Konferenz vor Ferienbeginn, tut gut und tröstet über manche Anstrengung hinweg :-) .] Ähnliches gilt für positive Rückmeldungen seitens dankbarer Eltern oder zufriedener Schüler.

Des Weiteren helfen gut funktionierende, kollegiale Teams, die gemeinsam auf individueller wie auf institutioneller Ebene Maßnahmen gegen Burnout initiieren.

Ebenso hilfreich ist eine adäquate mediale Ausstattung und räumliche Gestaltung der Schule für Schüler und Lehrer. (Darin lässt sich im Zweifelsfall die Wertschätzung der Institution Schule als wesentliches Bildungsorgan in unserer Gesellschaft messen – oder auch nicht).

Wie Lehrer sich selbst verstehen

Von entscheidender Bedeutung ist zudem das jeweilige berufliche Selbstverständnis. Welches Ausmaß von ganzheitlicher Professionalität prägt den schulischen Alltag über die Zeit?

Sehr wichtig dabei ist der Grad an Selbstbestimmtheit, den sich Lehrer – angesichts der Flut curricularer und/oder bürokratischer Einschränkungen (noch) erhalten können; ebenso wie der Grad an „Sinnhaftigkeit”, den sie sich in ihrem Beruf zuschreiben können. Diese Ergebnisse entsprechen einem Befund, den Viktor Frankl schon vor vielen Jahren publizierte: nämlich, dass existentielles Sinnerleben letztlich die wichtigste und tragfähigste Ressource zur Bewältigung extremer Anforderungen bereitstellt. – Das Erleben der eigenen beruflichen Tätigkeit als „zermürbenden Knochenjob zum Zweck des Broterwerbs” muss in dieser Hinsicht natürlich weniger befriedigend bleiben als ein kontinuierliches Grundgefühl von „pädagogischem Eros”.

Daher sollten wir gerade in Zeiten größtmöglicher Beanspruchung  „wach” bleiben und innehalten, um uns selbst kritisch fragen, welche Prioritäten wir gerade setzen und welche wir eigentlich wirklich setzen  wollen (oder einmal wollten, als wir unseren Beruf ergriffen haben).

Was hilft am EMA gegen „Schulmüdigkeit”?

Welche beruflichen Rahmenbedingungen für Lehrer müssen sich unbedingt ändern? – Und: Welche Ressourcen und Methoden können Lehrer von sich aus einsetzen, um die vielfältigen Anforderungen und Belastungen dauerhaft zu bewältigen und die Freude an und in ihrem Beruf nicht zu verlieren?

Was denken die  Mitglieder des EMA – Kollegiums zu diesem Thema?

°Welche Tipps können Sie aus dem Schatz ihrer Berufserfahrungen beitragen?

°Was brauchen Sie, um nicht „schulmüde” zu werden? -

°Welche Erfahrungen, Wünsche, Anregungen oder konkrete Ideen haben Sie?

Statt individuelle Klagelieder anzustimmen oder berufliche Belastungen in stoischem Gleichmut zu ertragen, könnten wir uns kollegial austauschen und – aus unserem reichen Ideenpool schöpfend – Verbesserungsmöglichkeiten entwerfen. Unser eigenes Potential in Bezug auf die positive Gestaltung unseres „Berufsklimas” soll nicht länger im Verborgenen schlummern oder im Stress untergehen. Wir sollten es viel stärker nutzen! Bewährte Ansätze und hilfreiche Bewältigungsmethoden können dabei ebenso hilfreich sein wie positive Erfahrungen aus anderen Berufsfeldern oder auch ganz persönliche „Visionen”.

Daher bitte ich alle KollegInnen um konstruktives Feedback, -  um Gedanken, Anregungen, Hinweise oder konkrete Vorschläge zum Thema. Nachrichten bitte an Birgit Besser-Scholz,  www. schulmagazin@ema-bonn.de

Was stört…?

Während ich diesen Artikel in der Lehrerbibliothek schreibe, werde ich andauernd gestört: Schüler trommeln lautstark an die Tür und begehren Einlass, um  Kollegen zu sprechen oder vor den Zeugnissen schnell noch ihre Hefte abzugeben. Einige Kollegen tragen eilig (und leise vor sich hinmurmelnd oder hin und wieder auch verhalten schimpfend) zahllose Daten in Schülerlisten ein; andere führen mehr oder minder lautstarke kollegiale Beratungsgespräche; wieder andere fragen nach den aktuellen Fortschritten des Schulmagazins, nach einzusammelnden Geldern von Schülern, nach ausstehenden Artikeln fürs Jahrbuch, nach der farblichen Neugestaltung der Fachräume oder sie informieren mich in Kurzform über besondere Probleme einzelner Schüler. Alle sind nett und freundlich, aber in der Sache hektisch. Sie entschuldigen sich für die Störung und betonen, dass ihre Angelegenheiten aber leider – z.T. aus den unterschiedlichsten verwaltungstechnischen Gründen heraus – unbedingt noch „möglichst gestern” schnell geregelt werden müssen. – Ich möchte so gerne mehr Zeit haben für diese wichtigen Dinge! (Oder mich teilen können. Aber die Omnipräsenz will selbst mir als Theologin nicht gelingen, – obwohl ich es an Tagen wie diesen immer wieder versuche).

Nur noch wenige Tage bis zu den Sommerferien und es gibt noch so viel zu tun! Durchhalten heißt die Parole. – Yes, we can! – Und im nächsten Jahr wird alles besser. – Oder wiederholt sich einfach alle Jahre wieder derselbe „berufsübliche” Stress? Sind und bleiben schlechte Zeiten im Lehrerberuf per se vorprogrammiert?

Noch vieles wäre zu diesem Thema zu sagen, doch aus Gründen der Hektik schulischer Abläufe zum Schuljahresende und damit verbundener Müdigkeit kann ich diesen Artikel zurzeit nicht fortsetzen. (;-) Ich wünsche allen KollegInnen und allen SchülerInnen möglichst erholsame Sommerferien!

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Birgit Besser – Scholz

2 Antworten zu “Macht Schule müde? – Bis hierher und nicht weiter!”

  1. Barbara Mergenschröer sagt:

    Hallo Frau Besser-Scholz,
    Ihr Artikel hat mir sehr gut gefallen. Vielen Dank!
    Mit schönen Grüßen
    Barbara Mergenschröer
    (Mutter zweier EMA-Schülerinnen)

  2. Besser-Scholz sagt:

    Herzlichen Dank für das positive Feedback! (:-) Birgit Besser-Scholz

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