
Robert Koch (1843-1910)
Dieser Artikel entstand während der Projektwoche am EMA 2009, geschrieben von Franziska Schmitz (9c) und Daniel Freese (8a)
Robert Koch, geboren am 11. Dezember 1843, ist bekannt als Hauptbegründer der Bakteriologie (= Wissenschaft von den Bakterien). Er war der Sohn von Hermann und Mathilde Koch und eines von 13 Kindern. Seine Familie zeichnete sich schon immer durch Fleiß und Streben nach Erfolg aus. So auch Robert Koch. Nach seinem Abitur studierte er in Göttingen ein Semester Physik und danach Medizin. Schon damals forschte er, führte Tierversuche durch und nahm an wissenschaftlichen Wettbewerben teil. Da er schon in seiner Studienzeit einige der Forschungsergebnisse veröffentlicht hatte, wurde ihm die schriftliche Prüfung erspart und er wurde 1866, mit 23 Jahren, vorzeitig promoviert und bestand sein Staatsexamen mit Auszeichnung.
Bis 1867 arbeitete er in einem Krankenhaus in Hamburg, doch schon nach einem halben Jahr zog er nach Hannover und heiratete seine erste Frau Emmy Fraatz.
Während des Deutsch-Französischen Krieges meldete Koch sich freiwillig als Lazarettarzt zum Sanitätsdienst. Erstaunlicherweise bereute er niemals in den Krieg gezogen zu sein, da er viele neue Lebenserfahrungen sammeln konnte. Koch bezeichnete seine Zeit im Krieg sogar als eine „wichtige Erfahrung für die Wissenschaft“!
Nach dem Krieg nahm er eine Stelle als Amtsarzt in Wollstein an und begründete durch seine experimentellen Arbeiten zu Milzbrand seine wissenschaftliche Laufbahn. Dazu be-nutzte er neue optische Instrumente, die unter anderem von Carl Zeiss und Ernst Abbe entwickelt worden waren. Koch schuf wichtige methodische Grundlagen zur bakteriologi-schen Forschung. Dazu gehörten die Entwicklung von Nährböden zur Züchtung von Bakterien und die Einführung der Mikrofotographie.
Als „ einen unübertroffenen Meister der wissenschaftlichen Forschung“ wurde Koch von Ferdinand Julius Cohn, einem ausgewiesenen Fachmann der Mikrobiologe des 19.Jahrhunderts, bezeichnet. Cohn war neben Koch Mitgründer der modernen Bakteriologie.

Bildtafel aus der Milzbrandarbeit von 1876
1876 entdeckte Koch die Milzbrandsporen und erklärte in seiner Arbeit „ Die Ätiologie der Milzbrand-Krankheit, begründet auf die Geschichte des Bacillus Anthracis“ die Infektionskette und die Widerstandsfähigkeit der Bakterien. Somit war er der erste, der Mikroorganismen im Zu-sammenhang mit eine Infektionskrankheit nachgewiesen hat. Seine Milzbrandarbeit weckte die Aufmerksamkeit vieler Forscher. Koch wurde zu Präsentationen eingeladen, auf denen er seine Arbeiten vorstellen sollte. 1878 bewies er durch weitere Tierversuche, dass verschiedene Wund-infektionen durch jeweils andere Erreger verursacht wer-den. Er verfasste weitere Arbeiten, wie „Wundinfektionskrankheiten“ und „Untersuchungen über Bakterien“.
1880 wurde er an das Kaiserliche Gesundheitsamt in Berlin berufen. Dort baute er seine bakteriologische Methodik zur Erforschung von Seuchen aus, die er 1881 veröffent-lichte.
Die Entdeckung des Tuberkuloseerregers zwei Jahre später war ein weiterer großer Erfolg für Robert Koch. Aufgrund systematischer Studien mit speziellen Nährböden und Farbtechniken fand er Bazillen und bewies die Identität verschiedener Krankheitsformen, wie Lungentuberkulose oder Miliartuberkulose. Er versuchte Übertragungswege und Ab-stammung der Parasiten nachzuvollziehen.
Die in seinem Aufsatz, „Ätiologie der Tuberkulose“, aufgestellten Kriterien, dass ein Mik-roorganismus als Erreger einer Infektionskrankheit anzusehen ist, sind noch heute in me-dizinischen Lehrbüchern aufgeführt. Diese Arbeit geht auf seinen Hauptlehrer Jakob Henle aus dem Jahr 1840 zurück.
1883 war Robert Koch wegen einer Cholera-Epidemie auch in Indien auf einer Forschungs-reise und entdeckte den Choleraerreger. Sein Ziel war es, die Epidemien einzudämmen und einen Weg zu finden die Infektionskrankheiten zu verhüten. Seine neue Forschungsrich-tung war die so genannte Immunitätsforschung. So schied er 1885 aus dem Gesundheits-amt aus und wurde Direktor des neuen Hygienischen Instituts in Berlin. Kochs Forschungsarbeiten galten nun ausschließlich der Tuberkulose. 1890 verkündet er die Entwicklung eines Tuberkulose-Heilmittels, Tuberkulin. Der Erfolg seines Konkurrenten Louis Pasteur veranlasste ihn zu vielen Versuchen. Da Tuberkulose immer noch eine verheerende Volks-krankheit war, wollte Koch als Entdecker des Erregers auch derjenige sein, der als erster ein Medikament entwickelte. Als Tuberkulin schließlich in den Handel kam, sprach man von einem „Tuberkulinschwindel“ und die Unwirksamkeit des Medikamentes führte zu einem großen Misserfolg, der seinem Ruf erheblich schadete. Doch Koch gab nicht auf. Er ging sogar so weit, dass er seine 17-jährige zweite Frau, Hedwig Freiberg, zu heiklen Experi-menten überredete, durch die sie seinen Worten nach „ möglicherweise recht krank“ hätte werden können, „sterben, würde sie voraussichtlich nicht“. 1897 folgte ein abgewandeltes Tuberkulin, das jedoch nicht wirksamer war als das erste.

Deutsche Cholera-Expedition nach Ägypten, 1883
Bis zu seinem Tod reiste er oft nach Indien, nach Ägypten, erforschte Malaria in Italien, bekämpfte die Rinderpest in Südafrika, wurde Mitglied der Deutschen Pestkommis-sion und machte viele Expeditionen nach Afrika um die Übertragungswege der Schlaf-krankheit zu ermitteln. Der Nobelpreis für Medizin wurde ihm schließlich 1905 für die Entdeckung des Tuberkuloseerregers verliehen.
Im Alter von 67 Jahren starb er in Baden-Baden nach einem Herzanfall, bleibt jedoch noch heute als ein wichtiger Mediziner in Erinnerung, nämlich als Wegbereiter der modernen Medizin und Bakteriologie.








