INTERVIEW MIT MAX BOECKEL DES BEETHOVEN SCHÜLERTEAMS :
Wie ist euer Projekt “Junges Beethovenfest” entstanden?
Unser Projekt ist aus einer Initiative des Beethovenfestes entstanden. Wir wurden alle von unseren jeweiligen Musiklehrern auf dieses Projekt aufmerksam gemacht und haben uns daraufhin beim Beethoven
beworben.
Warum habt ihr es organisiert?
Wir haben die zwei Konzerte der Band 1hoch6 gemeinsam mit dem Minguett Quartett im Rahmen dieses Vorhabens organisiert. Unser Ziel dabei war sicherlich einen Einblick in die Organisation eines solchen Konzerts zu bekommen.
Zieht ihr Vorteile daraus?
Ja, ich denke jeder von uns hat in seiner eigenen Abteilung seine individuellen Erfahrungen gesammelt und aus diesen gelernt. Allein dieser Lern- und Reifeprozess ist schon ein sehr großer Vorteil.
Aus welcher Schule kommt ihr?
Wir sind 15 Schüler von 4 verschiedenen Schulen aus Bonn und um Bonn herum die da wären: Beethovengymnasium, Waldorfschule Tannenbusch, Gymnasium Nonnenwerth und Tannenbusch Gymnasium.
Es gab für euch eine Schulung. Wie hat sie ausgesehen und hat sie dich gefordert?
Ja unsere Schulung hat uns definitiv gefordert da wir ja anfangs natürlich nicht wussten wie man mit einem Sponsor umgeht oder wie man korrekt einen Technikplan für ein ganzes Konzert erstellt. Das alles wurde uns grob beigebracht aber dann wurden wir einfach auf unsere Aufgaben los gelassen. Wir hatten also relativ viel Spielraum und auch Platz für Fehler.
Spielst du ein Instrument?
Ja, ich spiele herzzerreißend gut Blockflöte.
Kommt das ganze Schülerteam aus Bonn?
Ja alle Schüler wohnen in Bonn nur unsere Projektleiterin Miriam Löf ist extra aus Dortmund eingereist.
Wer hat euch dabei unterstützt? (z. B. Lehrer)
Unterstützung fanden wir anfangs nur von ein paar Lehrern was unsere Arbeit auch nicht unbedingt erleichtert hat. Später hatten wir dann etwas mehr Unterstützung auch bei anderen Lehrern ansonsten wurden wir aber alle von unseren Pendants vom richtigen Beethovenfest unterstützt.
Was sind deine Erwartungen/Wünsche?
Meine Erwartungen und Wünsche haben sich was das Projekt angeht schon alle erfüllt. Wir hatten zwei fast ausverkaufte Konzerte und sehr schöne Abende und hatten eine Menge Spaß.
Würdest du anderen Jugendlichen empfehlen an einem solchen Projekt teilzunehmen?
Jedem dem sich irgendwie die Chance bietet an so einem Projekt teilzuhaben sollte sich diese nicht entgehen lassen. Klar ist das auch mit Arbeit verbunden aber das was man mitnimmt aus dem ganzen ist einfach die Mühe wert.
An welche Zielgruppe ist euer Projekt gerichtet?
Unser Projekt war ein sogenanntes Crossover Projekt was bedeutet dass es unser Ziel war die Jugendlichen und die „Anzug und grau melierte Haare“ Generation gleichzeitig zu erreichen was wenn man sich den Altersdurchschnitt der Besucher anschaut auch erstaunlich gut geklappt hat.
Hat es lange gedauert? (Vorbereitungen)
Unser Projekt dauerte genau 10 Monate in der wir je nach Abteilung und anstehenden Aktionen ca. 2-10 Stunden in der Woche aufgewendet haben. Demnach würde ich sagen hat es schon lange gedauert da ich mir vorher nie gedacht hätte das eine Konzertvorbereitung so lange dauert.
Hat dich das Projekt bis an deine Grenzen gebracht oder hast du davon gelernt?
Beides. Ich denke aber das grade dieses an die Grenzen bringen den Lerneffekt überhaupt erst hervorgerufen hat.
War es stressig oder spaßig?
Ebenfalls beides obwohl der Spaß bei weitem überwogen hat. Bei unseren wöchentlichen Sitzungen ging es teilweise doch sehr chaotisch zu.
Wie findest du das Beethovenfest im Allgemeinen?
Das Beethovenfest im Allgemeinen hat sich in meinen Augen auch grade durch unser Projekt aber auch durch andere Aktionen in den letzten ein bis zwei Jahren sehr für unsere Generation geöffnet. Ich selber bin kein Klassik Fan und kann dadurch mit einigen Konzerten im Rahmen des Festivals nichts anfangen aber diese Konzerte die eben auch auf unser Alter zugeschnitten sind sollten meiner Meinung nach ganz anders beachtet und geachtet werden. Dass die Verantwortlichen diesen Schritt in unsere Richtung wagen und in ein International anerkanntes Festival ein Hip-Hop Konzert einbauen und damit ein großes Risiko eingehen, was sie nicht müssten es uns zu liebe aber tun, hat in meinen Augen großen Respekt verdient.
Kannst du dir vorstellen später auch beruflich “organisatorisch“ zu arbeiten?
Ich kann mir es sehr gut sogar vorstellen einmal organisatorisch zu arbeiten. Es macht großen Spaß und schafft Motivation wenn man das Ergebnis seiner Arbeit immer direkt vor der Nase hat. Ich weiß noch nicht ob diese organisatorische Arbeit undbedingt etwas mit Musik oder Kunst zu tun haben soll aber so grob die Richtung stimmt schon.Die Idee von Hip-Hop-Klassik Elementen finde ich hochspannend und interessant. Es ist nicht unbedingt mein Ding aber ich habe großen Respekt vor solchen Künstlern.
Hast du die Bands vor dem Projekt z.B. 1hoch6 schon gekannt?
Nein ich kannte die Band vorher noch nicht bin aber mittlerweile vor allem von ihrem neusten Album wirklich beeindruckt.
Empfiehlst du z.B. Schülern der EMA an Pilotprojekten teilzunehmen?
Auf jeden Fall. Also wenn einer von euch die Chance bekommt schlagt zu und nehmt sie mit. Keiner von uns 15 Schülern hat genau das im Nachhinein bereut. Im Gegenteil!
Ilona Pietrus









