From Canada With Love – Mirko schreibt uns aus Kanada!

Geschrieben von Mirko Lehmann Nov 7th, 2009 und gespeichert unter Allgemeines, EMAFERN. Erhalten Sie alle Kommentare über RSS 2.0. Hinterlassen Sie zu diesem Eintrag eine Nachricht

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Es ist der 29. August 2009, Halifax, Nova Scotia, Kanada. Eine Gestalt räkelt sich aus ihrem Sitz in dem engen Flugzeug des Maschinenbauers Air Canada, reibt sich die Augen und greift mit zittrigen Fingern nach ihrem Rucksack in der engen Spalte zwischen Beinen und Vordersitz. Satte dreißig Stunden ist die Gestalt jetzt schon auf Trab, den sie gehört nicht zu der Sorte Mensch, die bei einem Langstreckenflug schlafen können, schon gar nicht, wenn eine tief greifende Veränderung bevorsteht. Das Herz der Gestalt pocht schnell, viel zu schnell, irgendwie schmeckt etwas schlecht in der aufgestauten Luft des Flugzeuges.

“Bitte bleiben Sie angeschnallt, bis die Anschnallzeichen ausgeblendet werden“, tönt eine sanfte Frauenstimme durch den Raum. Nur spricht sie in Englisch, und der Magen der Gestalt verkrampft sich schmerzhaft. Bald wird alles in dieser Sprache stattfinden, ihr ganzes Leben. Wie wird es dann weitergehen?

Ja, so in etwa konnte man meine Gedanken beschreiben, als ich aus dem Flugzeug stieg, wenige Augenblicke vor meinem ersten Treffen mit meiner neuen Gastfamilie. Ich kann mich nicht erinnern, jemals in meinem Leben so müde und aufgeregt gewesen zu sein. Meine Füße trugen mich aus dem engen Flugzeuggang, auf die Verbindungstreppe, zu einem Treppenhaus, wo ein bärtiger Mann meinen Reisepass kontrollierte, und direkt im Anschluss schon zur Empfangshalle, wo die Gastfamilien auf die Ankömmlinge warteten. Über fünfzig Schüler aus ganz Deutschland reisten an diesem 29. August 2009 nach Nova Scotia, um hier für fünf Monate ein neues Leben zu beginnen. Und einer von ihnen war ich.CANADA25

Von meiner Gastfamilie wurde ich freundlich in Empfang genommen und geradezu stürmisch von Eric, meinem koreanischen Gastbruder umarmt. Gemeinsam mit meinen Gasteltern Earl und Eileen, einem pensionierten Ehepaar, ging es dann zu meinem neuen Zuhause. Dort fiel ich todmüde ins Bett, um am Tag darauf zum ersten Mal in Kanada zu erwachen.

Meine ersten Tage jenseits des großen Teichs waren schwierig, wie ich bereits erwartet hatte. Die kanadische Kultur erscheint ziemlich ruhig, fast träge, aber die Leute sind sehr freundlich, wenn auch ein bisschen schüchtern. Aus der Ferne betrachtet fiel mir erst auf, wie unheimlich hektisch die deutsche Kultur ist. Alles in allem fühlte ich mich dort aber von Beginn an wohl. Richtig gut ist mein Aufenthalt hier aber erst, seit die Schule angefangen hat (ist wirklich so!). Die High School ist hier der ultimative Treffpunkt für alle Schüler aus Sackville, während sich die Meisten am Nachmittag in ihren Häusern verstecken. Wir haben hier viele verschiedene internationale Schüler aus aller Welt, so zum Beispiel aus Mexiko, Brasilien, Kolumbien, Korea und Tschechien. Es ist eine ziemlich gute Erfahrung, mit so vielen verschiedenen Kulturen auf einem Fleck versammelt zu sein.

In der Schule habe ich nur vier Fächer, die dafür aber jeden Tag für siebzig Minuten. In Drama spielen wir mehr oder weniger Theater, das ist mein absolutes Lieblingsfach. In Englisch haben wir es mit einer hyperaktiven Lehrerin zu tun, die aber durchaus schönen Unterricht macht. Canadian History ist manchmal langweilig, so Leid es mir tut, aber Kanadas Geschichte ist nur ein paar hundert Jährchen alt, da gibt es nicht so viel zu erzählen. In Communication Technology sitzen wir vor den Computern und spielen mit diversen interessanten Programmen rum. Alles in allem ist das eine illustre Zusammenstellung, und Schule macht hier drüben sehr viel Spaß. Es ist weniger hektisch als in Deutschland, wenn man will, darf man auch einfach mal gar nichts machen. Sowohl Musikhören als auch Essen & Trinken sind hier drüben gestattet. Wenn man allerdings auf gute Noten aus ist, ist das auch keine Schwierigkeit. Die Kanadier sind ein ziemlich harmoniebedürftiges Völkchen, man ist untereinander freundlich und Strenge oder Ärger wird hier als Charakterschwäche betrachtet.

Soviel zunächst zu meinem bisherigen Aufenthalt in Kanada. Obwohl ich deutlich weniger Hausaufgaben habe, bin ich ziemlich beschäftigt. Mit dem Englisch gibt es hier drüben auch keine Probleme, glücklicherweise haben die Kanadier keinen so schlimmen Akzent. Alles in allem geht es mir hervorragend und bei der Vorstellung, Ende Januar wieder hier weg zu müssen, wird mir ganz anders…

To be continued

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2 Antworten zu “From Canada With Love – Mirko schreibt uns aus Kanada!”

  1. d.hidalgo sagt:

    Hey Mirko,klasse Artikel und tolle Bilder.
    Haste jut jemacht^^

  2. Marie sagt:

    Guter Artikel :-)

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