“Tätowieren: Erschaffen und Spuren in der Welt hinterlassen”

Geschrieben von Juliane Dez 14th, 2009 und gespeichert unter Allgemeines, Foto-Galerie, Kulturelles, Leitthema, Night&Day Bonner Kulturleben. Erhalten Sie alle Kommentare über RSS 2.0. Hinterlassen Sie zu diesem Eintrag eine Nachricht

Heike Hüpkes ist 28 Jahre alt und lebt seit 25 Jahren in Bonn. Ich treffe sie im Tattoostudio Devapara Yuga in der Sterntorbrücke 15, Innenstadt. Das Studio gehört

Das ist Heike Hüpkes (28). Man sieht 3 Tattoos und 2 Piercings.

Das ist Heike Hüpkes (28). Man sieht 3 Tattoos und 2 Piercings.

Marco Nosber, der es vor 12 Jahren eröffnete.

Im Devapara Yuga arbeitet Heike seit 4 ½ Jahren. Auf meine Frage, wann sie fertig wäre, eine richtige Meisterin also, antwortet sie nur, ganz fertig wäre man nie. Aber man komme dem Meister-Sein mit viel Berufserfahrung immer ein wenig näher. Eine richtige Ausbildung gibt es nicht. Man lernt einfach. Der/die Meister/in entscheidet irgendwann, dass jemand genug Können und Seriosität zeigt, um eventuell ein eigenes Studio zu eröffnen oder den Meistertitel zu erhalten.

Und es braucht unheimlich viel Kreativität und Hygiene, denn einmal im Jahr machen die Piercer und Tätowierer im Devapara Yuga einen Aidstest. Und Vorraussetzung für die Arbeit dort, sind Impfungen gegen Hepatitis A und B.

Es komme nicht oft vor, dass man sich verletzt, aber es reiche eine kleine, noch nicht ganz verheilte Wunde und schon ist die Ansteckungsgefahr groß, erklärt Heike mir. Heike wusste schon mit 14 Jahren, dass sie Tätowiererin und Piercerin werden möchte. Sie war schon immer sehr kreativ und liebte es zu zeichnen. Nach ihrem Fachabitur und der Kosmetikausbildung inkl. Gesellenbrief, machte sie ein Praktikum im Devapara Yuga und wurde gleich übernommen. Hygiene und Anatomie Kenntnisse waren zwar keine Vorraussetzung, aber zumindest vorteilhaft. Denn die Beschaffenheit der Haut spielt eine große Rolle beim Tätowieren. Man könne erschaffen, das ist der Reiz an diesem Job, sagt Heike. Man könne seine Spuren in der Welt hinterlassen – auf einem Menschen. Denn Motive werden oft auch aus der Hand gezeichnet. Und wenn nicht selbst ausgedacht, zumindest selbst auf die Haut gebracht.

Tätowieren sei immer mit Schmerz verbunden, aber wenn man das Tattoo wirklich wolle, könne man darüber hinwegsehen, berichtet sie. Wie tätowieren ist?

Auch ein Motiv, was schon tätowiert wurde.

Auch ein Motiv, was schon tätowiert wurde.

Auch ein Motiv, was schon tätowiert wurde. Wie als schneide man mit einem Skalpell in die Haut. Bloß, dass man währenddessen Farbe unter die Haut spritze. Heike selbst hat 12 Tattoos und 12 Piercings. Sie hat sogar 3 Tattoos im Gesicht: ein Muttermal, den Liedstrich auf den Augen und die Augenbrauen. Falls ihr eins der vielen Tattoos irgendwann nicht mehr gefällt, dann habe sie Pech gehabt – so Heike. Weglasern – zu teuer. Außerdem kann man Tattoos auch verändern, alles was nicht schwarz gestochen wurde, kann man überstechen und das schwarz gestochene zum Beispiel in eine andere Form bringen.

Nicht jedes Tattoo bei Heike hat eine Bedeutung, manche wurden einfach aus einer Laune heraus gestochen oder weil sie, wie Heike meint, “dekorativ” sind.

Auf die Frage, ob sie eine Tattoosucht habe, antwortet sie ehrlich, wenn sie eine hätte, hätte sie nicht mehrmals Gelegenheiten ausgelassen, sich tätowieren zu lassen. Was Heike über Ganzkörpertätowierte denkt wird schnell klar. Irritierend sei dies, die Person habe es wohl sehr ernst gemeint. Aber abstoßend, nein, das wäre es nicht. Es ist nur gerecht, jedem das seine zu lassen. Natürlich gibt es auch Stammkunden, die immer wieder kommen. Manche seit über 6 Jahren. Auch die meisten dieser Kunden haben keine Tattoosucht, nur eine tiefe Leidenschaft für das Individuelle, den Wunsch sich von Anderen abzusetzen.

Mädchen + Herzluftballon

Der Trend momentan liegt immer noch bei Sternen, wobei man erst bei sehr vielen Sternen (mindestens 20) wieder individuell ist. Auch Blütenranken und chinesische Zeichen sind sehr beliebt. Natürlich gibt es auch Gutscheine zu kaufen, das ganze Jahr über. Da es das älteste Tattoostudio in Bonn ist, ist das Studio sehr begehrt, man muss bis zu einem halben Jahr auf einen Termin warten. Besonders in der Vor- und Nachweihnachtszeit “rennen sie uns die Bude ein”, so Heike.

Juliane Schlüsener

2 Antworten zu ““Tätowieren: Erschaffen und Spuren in der Welt hinterlassen””

  1. Ines sagt:

    Ich würde gerne wissen,welche bedeutung hinter dem mädchen mit dem herzluftballon steckt?es gefällt mir sehr gut

    lg

  2. Juliane sagt:

    Das weiß ich leider nicht. Tut mir Leid.

    Lg

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