Keine Zeit für Vorbilder…

Geschrieben von n.cheng Mrz 6th, 2010 und gespeichert unter Allgemeines, Foto-Galerie, Frisch getippte Highlights, Leitthema. Erhalten Sie alle Kommentare über RSS 2.0. Hinterlassen Sie zu diesem Eintrag eine Nachricht

Erschwerte Bedingungen wegen G8!?

NRW – 2010: zwei Jahrgänge, die gleichzeitig Abitur machen wollen. Ungewissheit bezüglich der Arbeitssituation. Unklarheiten, was unsere Zukunft im Detail angeht. In den Nachrichten hört man von einer immer weiter ansteigenden Arbeitslosenquote.

Viele Jugendliche haben Angst vor der späteren Arbeitssituation. Zwei Jahrgänge, die jetzige zehnte und neunte Klasse, die gleichzeitig Abitur machen und studieren sollen – wie soll das nur gut gehen, wo doch jetzt im G8-Jahrgang noch so viel nachgeholt werden muss? Müssen wir wirklich so große Zukunftsängste haben?

Da die Schulzeit in Deutschland vergleichsweise lang war, verkürzte das Kultusministerium das neunjährige Gymnasium um ein Jahr.

Kritische Stimmen könnten sagen, dass die Idee, die Schulzeit zu verringern, nur aus ökonomischen Grunde entstanden ist. Tatsache ist jedenfalls, dass zusammen mit der so genannten Bologna-Reform, also der Veränderung der Studienmodalitäten, die zu einem schnelleren Studienabschluss führen sollen, Absolventen von Fachhochschulen und Universitäten früher ihren Abschluss haben. Somit steigen sie schneller ins Berufsleben ein und müssen automatisch früher Steuern bezahlen, was einen Vorteil für den Staat darstellt.

Es entsteht viel Druck im G8-Jahrgang. Obwohl der Lernstoff schon gekürzt und zum Teil auch weggelassen wurde, müssen wir noch viel nachholen, um bald auf dem gleichen Stand wie der Jahrgang über uns zu sein.

Manchen macht der Druck weniger aus als anderen. Die Einen finden, es sei positiv – man könne sich schon frühzeitig auf den Druck im Arbeitsleben einstellen. Andere sind dem Druck weniger gewachsen.

Außerdem wird unser Freiraum mehr eingeschränkt, da unsere Wochenstundenzahl höher ist, als die der Stufen, die noch ein neunjähriges Abitur machen, da fast ein komplettes Jahr aufgeholt werden muss. Mehr Nachmittagsunterricht, insgesamt mehr Leistungsdruck, all das schränkt uns in unserem Freiraum ein. Das könnte zu weniger Engagement und Spaß im außerschulischen Bereich führen.

Und hat man erst einmal die Oberstufe hinter sich, sein Abitur geschafft, muss man sich um einen festen Arbeitsplatz kümmern, was bei der immer höher ansteigenden Arbeitslosenquote doch sehr schwierig zu sein scheint. Die Wirtschaftskrise macht es uns da auch nicht leichter.

Ich, selber Teil des ersten G8-Jahrgangs, hoffe, dass der doppelte Studienjahrgang nicht zu großen Problemen führen wird und die Zukunftsängste sich nicht wirklich als berechtigt herausstellen. Natürlich ist diese Regelung der verkürzten Schulzeit eine Herausforderung, doch hoffentlich keine, die unsere Zukunft negativ beeinträchtigen wird.

Kim Emde Jg. 9

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