Erfahrungsbericht des Schulpraktikums

Geschrieben von l.schroeter Mrz 22nd, 2010 und gespeichert unter Allgemeines, EMA LIFE, Hingehört. Erhalten Sie alle Kommentare über RSS 2.0. Hinterlassen Sie zu diesem Eintrag eine Nachricht

Erfahrungsbericht:

Praktikum im Kinder- und Jugendzentrum am Propsthof (JAP)


Ich habe mich für das Kinder- und Jugendzentrum am Propsthof entschieden, da ich einen Beruf ausüben möchte bei dem ich mit Kinder und Jugendlichen in Kontakt komme. Ich bin seit drei Jahren ehrenamtliche Mitarbeiterin beim wöchentlichen Kindergottesdienst der Trinitatiskirche und bei den jährlichen Kinderbibeltagen. Vor sieben Jahren war ich als Teilnehmer bei einer Kinderfreizeit, die das JAP angeboten hatte. Die günstigen Arbeitszeiten von 13.30Uhr/ 14.30Uhr bis 19.30Uhr und die gute Erreichbarkeit des Jugendzentrums waren auch relevant.

Was ist das JAP?

Das Kinder- und Jugendzentrum am Propsthof hat 26 Stunden in der Woche für Kinder und Jugendliche geöffnet. Die Zielgruppen sind Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 27 Jahren aus Bonn-Endenich und Bonn-Duisdorf. Es gibt viele Gruppenangebote für spezielle Alters- und Interessengruppen zum Beispiel Gitarrenkurse, Kochkurse, die Pfadfinder Kindergruppe, eine Schwimmgruppe und eine Mädchenfußball. Dienstags bis Freitags bietet das JAP eine kostenfreie Hausaufgabenhilfe an.

Das Jugendzentrum hat 3 Etagen und ist ausgestattet mit Billardraum, Tischtennisraum, Kickerraum, Werkraum, Küche, Büro, Fernsehraum, Clubraum, Computerraum und Saal. Das JAP bietet außerdem eine tägliche kostenfreie Mahlzeit, große Ferienfreizeiten, die Zirkuswoche und viele weitere Aktionen an.

Das JAP-Team besteht aus einer hauptamtlichen Leiterin (Diplompsychologin), weiterer hauptamtlicher Mitarbeiter, sechs Honorarkräften und sieben ehrenamtlichen Mitarbeitern. Der Hauptträger des JAP´s ist die evangelische Trinitatis-Kirchengemeinde Bonn-Endenich. Viele Aktionen und auch die kostenlose Essensausgabe in der Cafeteria werden von Sterntaler e.V. und der Bonner Tafel e.V. gesponsert.

Das JAP stellt für die Jugendlichen eine Möglichkeit dar, Gemeinschaft zu erleben.
„Für mich ist das JAP mein zweites Zuhause“, sagt Johnny, 16 Jahre, während wir in der Küche Kartoffelauflauf mit Brokkoli essen.
Die Bonner Tafel sponsert das Essen, welches Dienstags bis Freitags kostenfrei für die Jugendlichen zubereitet wird: Spaghetti mit Soße, Kartoffelauflauf, Rührei, Suppe oder Salat.
Obwohl es im JAP Regeln gibt, die auch nötig sind, bleibt der Spaß nicht aus.
Abgesehen von dem guten Essen sind die vielen verschiedenen Angebote auch sehr beliebt. Die Kinder kommen oft gezielt zu Angeboten, wie zu den Pfadfindern oder zu der Delfingruppe, eine Gruppe aus Kindern bis zum 13. Lebensjahr, die sich jeden Montag von 16.30 Uhr bis 18 Uhr im JAP treffen und zusammen Zeit verbringen mit Spielen oder Basteln. Die Jugendlichen spielen lieber Kicker, Tischtennis oder Billard und ab 18 Uhr entspannen die Jugendlichen gerne mit unterhaltsamen Spielen im PC Raum.
Probleme gibt es aus im JAP, zum Beispiel, wenn eine Kamera verschwindet oder ein Helm nicht mehr aufzufinden ist. Und auch wenn es mal Ärger und Stress mit den Besuchern vom JAP gibt, weis ich, hinter den „harten und coolen Jungs“ befinden sich liebe Kerle.

Tagesberichte

1.

Dieser Tag begann mit einer Fahrt mit dem Zivildienstleistenden zur Bonner Tafel, wo soziale Projekte mit Lebensmitteln kostenfrei unterstützt werden. Dort bekamen wir viel Obst, Gemüse und Aufstrich und kauften die noch fehlenden Dinge bei Aldi ein. Im JAP angekommen, bereiteten wir das Essen vor. Spätestens um 17Uhr, als es Essen gab, war das JAP von Jugendlichen und Kindern gefüllt und es war viel los. Ich habe an diesem Tag viele interessante Gespräche mit Jugendlichen gehabt. Ich habe an diesem Tag viele neue Spiele für Kinder gelernt und ausprobiert. Gegen 17Uhr habe ich die Mädchengruppe mitbetreut und mit ihnen Masken gebastelt. Abends habe ich in den Gitarrenkurs „geschnuppert“ und war überrascht, wie viel Interessenten es gibt.

Einen Tag davor wurde etwas geklaut, darauf hin wurden Maßnahmen getroffen. Es gab „Befragungen“ und Konsequenzen. Ein Jugendlicher bekam JAP- Hausverbot. Ich habe mich aus dieser Angelegenheit raus gehalten.

2.

Ich fing um 13.30 mit Betreuung von den Kindern, die Teilnehmer der Schüler AG der Joseph-von-Eichendorff Schule waren, an. Zuerst teilte sich jeder für eine Aktivität im JAP ein. Am Meisten wählten die Kinder Tischtennisspielen, Kickerspielen und Gesellschaftsspiele spielen. Ich betreute die Gesellschaftsspiele. Die verantwortliche Lehrerin erklärte mir, dass das „Niveau“ der Kinder bei Mensch-ärger-dich-nicht liege. Ich nahm dies zur Kenntnis und erklärte ihnen zwei einfache Spiele und wir spielten diese dann anschließend. Die Lehrerin war sehr überrascht, dass dies klappte. Die Mädchen hatten mich sehr ins Herz geschlossen, darüber habe ich mich sehr gefreut. Nach der Schüler Ag betreute ich mit den anderen Betreuern die „Pandabären“. Das ist eine Gruppe aus Jungen und Mädchen ab 6 Jahren. Wir backten Amerikaner und malten sie danach mit essbarer Farbe an. Am späten Nachmittag half ich dem Zivildienstleistenden beim Kochen in der Küche für die kostenfreie Mahlzeit auf die schon sehnsüchtig gewartet wurde. Nach dem Essen spielte ich mit einem Jungen Billard und betreute den Computerraum.

Da ich am Wochenende (Samstags) den Babysitterkurs mitgestaltet hatte, durfte ich Freitag „frei machen“ und somit war Donnerstag mein letzter Tag. Auf Grund dessen hatte ich einen Rocher- Schoko- Kirsch- Kuchen gebacken für die Kinder, Jugendlichen, und das ganze JAP Team.

Fazit

Das Praktikum hat meine Erwartungen übertroffen. Ich konnte sehr oft selbstständig arbeiten und meine Aufgaben waren abwechslungsreich. Ich hatte ein gutes Verhältnis zu den Mitarbeitern und zu meinen Leitern. Ich hatte viel Spaß mit den Kindern und Jugendlichen und die Gespräche zwischen den Jugendlichen und mir werde ich nicht vergessen.  Es war sehr spannend zuzusehen, wie die Jugendlichen miteinander umgehen, wie die Vorgesetzten mit Problemen umgehen und wie sie sich dazu verhalten. Es war schön neue Menschen kennen zu lernen und aus Konfliktsituationen zu lernen. Ich war sehr überrascht, wie wichtig vielen Jugendlichen das JAP ist. Ein Junge beschrieb das JAP als sein zweites Zuhause. Das Kochen, das Basteln und das Einkaufen hat mir auch Spaß gemacht. Am besten hat mir das Zusammenleben im JAP gefallen.

Ich fand es schwierig mit sehr persönlichen Fragen von Jugendlichen an mich umzugehen und die Distanz zu halten. Das war für mich eine gute Übung das Maß zwischen Nähe und Distanz zu finden. Was ich sehr interessant fand, war die positive Einstellung der Jugendlichen mir gegenüber und die gegensätzlichen persönlichen Fragen. Das war für mich sehr schwer damit umzugehen, aber auch sehr wichtig, denn man lernt „Kontra“ zu geben.  Insgesamt war mein Praktikum beim JAP sehr interessant, spannend und lehrreich. Ich kann es nur empfehlen, dort ein Praktikum zu machen, falls man mit Kindern und Jugendlichen arbeiten möchte. Die Erfahrungen, die ich dort gesammelt habe sind mir sehr wertvoll. Ich bin sehr froh mein Praktikum dort gemacht zu haben.

Lynn Kristin Schroeter

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