In der Zeit vom 25.01.2010 bis zum 05.02.2010 mussten alle Schüler der 11. Klasse ein Berufspraktikum in einem Betrieb ihrer Wahl absolvieren.
Ich absolvierte mein Praktikum in der größten Zeitung von Ostwestfalen „Der Neuen Westfälischen“.
Die „Neue Westfälische“ ist mit 16 Lokalausgaben und einer Druckauflage von 270.838 Zeitungen pro Tag (Stand 4.Quartal 2009 nach „IVW“) die Auflagen-stärkste Zeitung in Ostwestfalen.
Entstanden ist die Neue Westfälische aus der Fusion der „Freien Presse“ und der „Westfälischen Zeitung“.
Mehrheitlich (57,5%) gehört sie der Presse-Druck GmbH, diese gehört wiederum zu 100% der SPD-Medienholding Gesellschaft „Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft“.
Laut eigenen Zielen, die in der Lobby des Hauptgebäudes hängen ist das (Zitat):
„Unternehmensleitbild der Medien-Gruppe Neue Westfälische“
„Die Medien-Gruppe Neue Westfälische gibt die führende Tageszeitung in Ostwestfalen-Lippe heraus.
Wir fördern und stärken die freie Meinungsbildung durch grundlegende und umfassende Information.
Unsere Ziele sind:
- objektive, der Wahrheit verpflichtete Berichterstattung
- wirtschaftlicher Erfolg
- hohe Qualität und
- die Marktführerschaft in allen Geschäftsbereichen
Damit sichern wir die Selbstständigkeit und Zukunft unserer Unternehmen.“
Insgesamt wird die „Neue Westfälische“ in 16 Lokalausgaben herausgebracht.
Dabei besteht fast jede Lokalredaktion aus einer eigenen Redaktion mit den verschiedenen Ressorts vor Ort in einem eigenen Redaktionsgebäude.
Ich war in der Hauptredaktion in Bielefeld Mitte und zwar in der Fotoredaktion.
Die Fotoredaktion ist im 1. Stockwerk direkt neben der Lokalredaktion in insgesamt 2 Räumen untergebracht.
Die einzelnen Stockwerke und Flure sind untereinander per Rohrpost vernetzt, zudem gibt es ein internes Netz, über das die Aufträge verteilt, Anfragen gestellt und die Dienstpläne verteilt werden.
Die Fotoredaktion besitzt in der Tiefgarage unter der Redaktion 3 eigene Stellplätze um möglichst schnell die Fotos abliefern zu können und schnell wieder fahren zu können, falls es ein „Großschadensereignis“ gibt und Fotos benötigt werden
Mein Praktikumsbetreuer im Praktikum hieß Andreas Zobe und war einer der letzten fest angestellten Fotografen in der Redaktion. Mit ihm war ich die meiste Zeit unterwegs.
Direkt an meinem ersten Tag im Praktikum wurde ich morgens dem Chef und dem stellvertretendem Chef der Lokalredaktion vorgestellt.
Später in der Lokalredaktion wurde ich nochmal vorgestellt und von allen begrüßt.
Ich fühlte mich sehr schnell integriert, alle waren sehr freundlich und bereit einem Antworten auf die vielen Fragen,die sich ergaben, zu geben, solange es nicht bei der Arbeit störte.
Zu Anfang der Redaktionssitzung wurde die Ausgabe des Vortages (insbesondere der Lokalteil) und die Ausgabe des Tages besprochen,z.B. Was zu verbessern wäre,was gut war und was anders sein müsste.
Danach wurde die Ausgabe des nächsten Tages geplant z.B. wer für die Ausgabe am nächsten Tag welchen Artikel hat,wie die Sparten in dem Teil für Lokales unterteilt werden sollen und welche Artikel am nächsten Tag erschenen sollen.
Danach wurden die Artikel für eine der nächste Ausgaben verteilt,wobei sich jeder eines der Artikelthema aussuchen konnte,die zur Verfügung standen.
Es fiel allerdings auf,dass nur die Redakteure jedoch nicht die Bildredakteure an der Lokalredaktion teilnahmen.
Hauptsächlich,da die Bildredakteure nur die Aufträge bekommen, die Fotos abliefern und meistens Termine zu der Zeit der Sitzung der Lokalredaktionen haben.
Der Bildredakteur fährt von einem Termin zum nächsten.
Wenn zwischendurch Zeit ist fährt er zurück in die Redaktion,bearbeitet die Bilder,stellt sie auf das interne Netz und fährt zum nächsten Termin.
Fazit
Das Schulleben ist im Vergleich zur Arbeitswelt in manchen Teilen entspannter, in anderen Bereichen jedoch viel strenger.
In der Arbeitswelt herrscht ständige Konkurrenz, auch wenn man im Team sehr freundlich und kollegial miteinander umgeht. Die Arbeit, hier auf Fotos Atmosphäre einfangen und Information weitergeben, muss perfekt und sehr effizient erledigt werden. Dies gelingt nur mit viel Disziplin und setzt professionelles Auseinandersetzen mit den dargestellten Inhalten voraus. Man kann sich nicht erlauben, schlechte Bilder zu machen, da sie sonst nicht erscheinen können. Im Bereich der Medien fällt auf, dass immer mehr Mitarbeiter nur noch als freie Mitarbeiter dem Team angehören, d.h. es ist ein permanenter Erfolgsdruck da. Im Bereich Fotoreportage gilt das noch mehr als bei den schreibenden Mitarbeitern. Bei der NW gibt es nur noch 2 fest angestellte Fotografen, alle anderen arbeiten auf Auftrag für weniger Vergütung und mit hohem Konkurrenzdruck. Es entsteht zusätzlich durch andere Kommunikationsformen wie Bloggen eine Plattform, die die klassischen Fotoreporter ersetzen kann. Oft sind die Fotos von Passanten mit dem Handy aufgenommen schneller als die eines Reporters.
Es ist auch eine Menge Frustrationstoleranz nötig, oft liefert man perfekte Bilder, die aber nicht in das Konzept des Redakteurs passen oder ein Bericht wird nicht erscheinen.
Diesen Druck hat man im geschützen Raum der Schule nicht. Zunächst hat ein schlampiges oder unregelmäßiges Arbeiten keine direkte Konsequenz, die der Schüler unmittelbar spürt. Eine direkte Rückmeldung oder Kritik erfolgt oft nicht, eine Kündigung droht nicht. Oft überblickt man jedoch die Folgen einfach noch nicht. Die Freiheit ist nur anfangs und auch nur scheinbar größer, da auch hier schlechtes Arbeiten Konsequenzen hat (schlechte Note) und die Folgen ebenso gravierend sein können (fehlender Numerus clausus).
Eine Konkurrenz besteht in der Schule normalerweise weniger, jeder Schüler wird individuell für seine Leistung eingeschätzt unabhängig, wie viel andere erbringen. Hier ist öfter ein gemeinsames Arbeiten an den gleichen Themen ohne Konkurrenzdruck möglich.
Strenger ist in der Schule, was die Einhaltung einzelner Regeln anbelangt (unbedingte Pünktlichkeit, Hausaufgaben). Auch ist hier es nicht möglich auf einem Punkt auszuruhen, da immer mehr Stoff dazu kommt, eine Ruhephase gibt es hier nicht.
Insgesamt fand ich die Zeit des Praktikum sehr spannend und interessant, ich habe viel gelernt. Ich würde aber die Entscheidung, Fotoredakteur werden zu wollen, sehr genau überdenken.
Insgesamt kann Ich nur sagen,dass ich im Praktikum viel gelernt habe,es die ganze Zeit über Spaß gemacht hat
und dass das Praktikum leider viel zu kurz angesetzt ist und es ruhig 4 Wochen dauern könnte.
Abschließend möchte ich mich nur noch bei Herrn Zobe,der Bild- und der Lokalredaktion bedanken.
Sprich allen,die daran beteiligt waren,dass ich bei der Neuen Westfälischen mein Praktikum machen konnte.
David Hidalgo











Hallo David, viele Grüße vom 2 Einzelschicksal der NW Fotografen- Toller Praktikumsbericht. Wolfgang Rudolf