Jugend debattiert:Politiker von morgen

Geschrieben von d.hidalgo Mai 2nd, 2010 und gespeichert unter Allgemeines, EMA KREATIV, Politisch und Sozial. Erhalten Sie alle Kommentare über RSS 2.0. Hinterlassen Sie zu diesem Eintrag eine Nachricht

Viel Arbeit, aber auch reichlich Spaß erwarten die Klasse 9mn des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums, als sie mit ihrem Politiklehrer, Herrn Wilhelm, am Morgen des 7. Dezember 2009 die Bonner Außenstelle des Bundesrates aufsucht.

Auf der Tagesordnung steht ein Rollenspiel, mit dem die Schülerinnen und Schüler eine Sitzung des Bundesrates zum Thema „Kommunales EU-Ausländer-Wahlrecht“ nachstellen wollen.

Wie es sich für den Anlass gehört, sind alle in Schale geworfen. Der ungewohnte Anblick von Jackett, Hemd und Krawatte ruft großes Gelächter hervor. Zwei Moderatoren begrüßen die angehenden Politiker. Sie dürfen sich Namensschilder abholen und im Gemeinschaftsraum noch kurz verschnaufen, bevor die Veranstaltung um 9.45 Uhr beginnt. Aufgeregt begeben sich alle ins Plenum und nehmen ihre Plätze ein. Vorn sitzt der Bundesratspräsident, die Vertreter der Bundesländer fest im Blick. Auf dem Programm steht eine kurze Einführungssitzung, die den coolen Schülerinnen und Schülern die Angst vor dem Rednerpult nehmen soll. Der Bundesratspräsident erhält einen Sprechzettel und ruft jeweils einen Vertreter eines jeden Bundeslandes auf, der sich alsdann kurz vorstellt und die Meinung seines Bundeslandes wiedergibt. Anschließend wird über den Gesetzentwurf abgestimmt. Der Direktor des Bundesrates zählt die Stimmen aus – Ergebnis: Klare Ablehnung.

Nach einem Lob der Moderatoren verteilen sich die Nachwuchspolitiker auf den Innen- und den Rechtsausschuss. Der Innenausschuss begibt sich zuerst nach nebenan in ein kleines Museum, in dem die Funktion des Bundesrates genauer erläutert wird. Danach geht es zurück ins Plenum, wo den Zuhörern die Arbeit in den Ausschüssen nahegebracht wird. Pause muss sein, aber dann geht es weiter. Der Innenausschuss führt unter der Leitung seines Vorsitzenden (des Bundesratspräsidenten) eine Debatte nach den Regeln von „Jugend debattiert“ und verfasst eine Stellungnahme zu dem Gesetzentwurf. Fleißig werden danach Reden geschrieben, während der Bundesratspräsident einen Sprechzettel und die beiden Stellungnahmen des Innen- und des Rechtsausschusses erhält.

Noch eine letzte Pause und dann eröffnet der Präsident die große Sitzung im Plenarsaal. Schon ganz Politprofi erteilt er einigen Mitgliedern das Wort und verliest die Stellungnahmen. Nach der Abstimmung steht fest: Die Empfehlung des Innenausschusses ist mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit angenommen. Die Sitzung ist geschlossen.

Noch ein Gruppenfoto und dann müssen die Mitglieder des Bundesrates wieder die Schulbank drücken. Eines steht fest: Alle hatten einen Riesenspaß und manch einer wünscht sich eine Wiederholung – vielleicht als Politiker im wahren Leben.

Niklas von Haaren

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