Wettlauf mit der Technik – Wer gewinnt?

Geschrieben von Anika Bahr Jul 1st, 2010 und gespeichert unter Allgemeines, Politisch und Sozial. Erhalten Sie alle Kommentare über RSS 2.0. Hinterlassen Sie zu diesem Eintrag eine Nachricht

Was verbirgt sich tatsächlich hinter dieser Fragestellung?

Ich sitze hinten in einem Bus, wo man drücken muss, damit die Tür aufgeht und man aussteigen kann.

Ich beobachte, wie eine alte Dame vergeblich darauf wartet, dass sich diese Tür öffnet.Dann  entschließt sie sich mit einem panischen Blick dafür, zu einer noch geöffneten  Tür weiter vorne zu laufen.

Es ist seltsam, aber dieses scheinbar simple Ereignis bringt mich zum Nachdenken.

Warum hat die Frau nicht einfach diesen Knopf gedrückt?

Wusste sie denn nicht, dass sich die Tür erst dann öffnet?

Ich überlege, warum ich nicht einfach den Knopf für sie gedrückt habe.

Wahrscheinlich habe ich es gar nicht richtig realisiert, da dieses Verfahren für mich so selbstverständlich ist.

Aber für die alte Dame war es  etwas Neues. Man kann sagen, die Technik hat sie in diesem Szenario überrannt.

Jetzt nehme ich auch andere Alltagssituationen genauer wahr.

Leute mit Rollstühlen oder Gehhilfen haben Probleme beim

Ein – und  Aussteigen. Und ich frage mich, warum setzt man die Technik nicht in diesem Fall sinnvoll ein und sorgt dafür, dass die beeinträchtigten Menschen nicht mehr so auf ihr Umfeld angewiesen sind?

Ich schaue mich weiter um und sehe in Prospekten, auf Plakten oder in Werbungen  die neuen technischen Errungenschaften, die das Leben vereinfachen sollen.

Und generell werden überall neue Medien eingesetzt. Zum Beispiel an Schulen die neuen Activeboards.

Eigentlich eine ganz praktische Sache. Man braucht keine Tafel mehr und kann für die Schüler Graphen oder ähnliches besser veranschaulichen.

Doch wie alles funktioniert, wird es einem dann doch nicht richtig erklärt.

Ich höre mich um bei Lehrern und Schülern.

Ja es stimmt, die Funktionsweise der neuen Geräte wurde nur wenigen erläutert.Man muss sich schon selbst auf den neuesten Stand bringen, immer in Bewegung bleiben und aufmerksam sein, sonst könnte es einem  wie der alten Dame im Bus ergehen.

Und in dieser Situation stelle  ich mir wieder die Frage, welche mich seit dem Bus – Vorfall nicht mehr in Ruhe lässt :

Und wann wird mich die Technik überrennen?

Wenn ich mich in meiner Stadt so umblicke, sehe ich dauernd neue Geräte.Wahrscheinlich ist es mit meinem 17 Jahren schon fast zu spät für mich.

Da bin ich lieber mal aufmerksamer, wenn etwas neues eingeführt wird, was mir beim Alltag helfen soll.

Vielleicht wäre es in manchen Situationen angebracht, vorher bei Veränderungen benachrichtigt zu werden.Durch die Zeitung zum Beispiel.Dann ist man informiert und kann sich darauf einstellen.

Anika Bahr, Stufe 11

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